Dr. Heinz-Jürgen Vogels

 


Dr. Heinz-Jürgen Vogels wurde 1933 in Berlin geboren und 1959 in Köln zum Priester geweiht. Von 1967 bis 1979 war er wissenschaftlicher Assistent am Albertus-Magnus-Institut in Bonn. 1974 sakramentale Heirat mit Renate Schwarz vor zwei Zeugen und 1975 Promotion zum Doktor der Theologie in Mainz. Dann 1979 zivile Heirat mit Renate Schwarz und Suspension vom kirchlichen Amt. 1983-1985 Leiter der Vorbereitungskommission für die Allgemeine Synode der Verheirateten Priester und ihrer Frauen in Ariccia bei Rom. 1986-2002 Mitglied des Exekutiv-Komitees der Internationalen Föderation verheirateter katholischer Priester. 1995-2006 Lehrbeauftragter für Neues Testament an der Universität Koblenz.

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Die Hauptargumente aus dem Buch „Zölibat als Gnade und als Gesetz“
Hiersemann Verlag, Stuttgart 2013.

Die Begründung der Enthaltsamkeitsvorschrift für legitim verheiratete Kleriker im ersten Jahrtausend lautete aufgrund von heidnischen Einflüssen und von jüdisch-kultischen Reinheits-Vorschriften, die als moralische interpretiert wurden: „Sie jagen obszönen Begierden nach (obscoenis cupiditatibus inhiant)“ (Papst Siricius, Ad Himerium, 385). „Die Vereinigung ist Befleckung (commixtio est pollutio)“ (Papst Siricus, Ad Gallos,  Epist. 10,2.6). „Sie leben obszön mit ihrer Frau“ (3. Synode von Toledo, 589, can. 5, im Buch S.55).

Selbst das II. Laterankonzil 1139 begründet die Nichtigkeit der Priesterehen noch mit dem Argument: „Damit sich die gottwohlgefällige Reinheit unter den kirchlichen Personen ausbreite“ (Canon 7, Conciliorum Oecumenicorum Decreta, Bologna 1973, 198, im Buch S.61). Damit wird der eheliche Verkehr als unrein bezeichnet, obwohl das Konzil selbst zum ersten Mal die Sakramentalität der Ehe definiert hat (Conc. Oec. Decr., 202).

Dies sind moraltheologisch unhaltbare Begründungen, die das Gesetz juristisch als nichtig erscheinen lassen.

Die neue Begründung des Vatikanum II in Presbyterorum Ordinis 16 ist ihrerseits dogmatisch unhaltbar. Das Konzil nimmt zwar auf die Notwendigkeit des Charismas der Ehelosigkeit für das Leben im Zölibat nach Mt 19,11 und 1 Kor 7,7 Rücksicht, setzt aber voraus, dass dieses Charisma durch Beten von Gott für alle erhaltbar sei. Dem stehen die Worte Christi entgegen: „Nicht alle fassen dies“  (Mt 19,11). Christus hat das Charisma der Ehelosigkeit (Eunuchie um des Himmelreiches willen) mit der Eunuchie von Geburt an, also den wenigen Impotenten, und mit der Eunuchie von Menschenhand, das heißt den wenigen Kastrierten, verglichen (Mt 19,12). Auch das Konzil  Vatikanum II sagt selbst, dass „der Vater das Geschenk des Zölibats nur einigen gibt“ (Lumen gentium 42). Man kann daher weder Gott durch ein Gesetz zwingen, das Charisma allen Priestern zu geben, wenn es nach dem Neuen Testament feststeht, dass Gott das nicht will und nicht tut, denn nach Mk 1,30 war Petrus verheiratet; laut 1 Kor 9,5 hatten die Apostel das Recht, „Ehefrauen bei sich zu haben“; nach 1 Tim 3,2; Tit 1,6 sollte und konnte der Bischof und „Presbyter einer Frau Ehemann“ sein. Noch kann man alle Priester, auch die, welche das Charisma trotz Gebet und Prüfung nicht erhalten haben, durch Gesetz dazu zwingen, das Charisma von Gott zu erlangen, wenn Gott es erklärtermaßen, wie angeführt, nicht will (im Buch S.81-86).

Das Gesetz muss daher aufgehoben werden, weil es moraltheologisch und dogmatisch und aus anderen kirchenrechtlichen Gründen, die im Buch aufgeführt sind, unhaltbar ist.


Das wenige Fleisch habe ich aufgespart“ (General-Anzeiger Bonn, 14. Mai 2015)


Jungfrauengeburt Jesu (für KI Wien) 2015

Der Altmeister der Exegese Rudolf Schnackenburg hat in einem schmalen Heft „Die Geburt Christi ohne Mythos und Legende“ (Grünewald, Mainz 1969), das sechsmal wiederaufgelegt wurde, all die Dinge widerlegt, die Herr Weißenböck als Ausdruck des Mythos bezeichnet. Für Lukas, der sich vielleicht bei Quirinus als Statthalter von Syrien (Lk 2,1-2) ebenso vertan hat wie der Mönch Dionysius Exiguus bei der Rückrechnung des Jahres  der Geburt Jesu nach der römischen Rechnung ab urbe condita (753 vor 1) – das sage ich, nicht Schnackenburg –, war es unbedingt wichtig, das Heilsereignis der Geburt Jesu als geschichtliche Tatsache einzuordnen, wie aus den ähnlichen – und richtigen – Einordnungen des Lukas hervorgeht: „Auch das Auftreten Johannes des Täufers leitet er mit chronologischen Angaben ein (3,1)“. „Die Geburt Jesu in der Regierungszeit Herodes‘ des Großen steht in der christlichen Tradition fest (Mt 2,1, vgl. Lk 1,5).“ „Von der Steuererhebung im Jahr 6 n. Chr., die zum Aufstand Judas` des Galiläers … führte, weiß auch Lukas (Apg 5,37).“ Also kann man ihm keine geschichtliche Ungenauigkeit mit mythischen Tendenzen vorwerfen, wenn er richtig die „Volkszählung“ dieser Zeit in der Apostelgeschichte erwähnt.

Etwas weiter unten in dem Beitrag, der ursprünglich für „Publik“ geschrieben war, schreibt Schnackenburg: „Lukas ist nicht der einzige, der vom Kommen des Gottessohnes in diese Welt spricht. In dem gleichen Brief, in welchem er bezeugt, dass ihm Gott seinen Sohn  (in der Erscheinung vor Damaskus) geoffenbart hat (Gal 1,15f), kommt er – lange vor dem Lukasevangelium – auf die Geburt Christi zu sprechen: ‚Gott hat seinen Sohn gesandt, geboren aus dem Weib“ wie jeder Mensch, „unterworfen dem Gesetz‘ (Gal 4,4). Für Paulus ist die Geburt des Gottessohnes ein Ereignis in geschichtlicher Zeit, zu einer von Gott festgesetzten Stunde: ‚Als die Fülle der Zeit kam‘. Der gleiche Glaube artikuliert sich im vorpaulinischen Hymnus der Urkirche (Phil 2,6-11): ‚Er, der in der Seinsweise Gottes war, nahm die Seinsweise eines Knechtes an…‘ Den reifsten Ausdruck findet das Weihnachtsgeheimnis  im Prolog des Johannesevangeliums: ‚Der Logos ist Fleisch geworden‘ (Joh 1,14).“ Wo ist hier Mythos oder Legende zu finden?

Ebenfalls ganz anders als Herr Weißenböck beurteilt Ernst Nellessen, der früh verstorbene Exeget an der Bonner Universität, die Kindheitsgeschichten: „Die Verkündigung der Menschwerdung in Mt 2“, Mariologische Studien Bd. IV (Driewer, Essen 1976, 185-204). „Kein Stück der Kindheitsgeschichte des Mt stimmt mit einem der lukanischen Vorgeschichte überein. Man kann mit Sicherheit sagen, dass keiner der beiden Evangelisten die Kindheits-geschichten des anderen gekannt hat (so Josef Schmid in RNT 3 (1960) 89). Bieten Matthäus und Lukas aber zwei voneinander unabhängige Traditionen, so kommt naturgemäß den Angaben erhöhte Bedeutung zu, in denen sie übereinstimmen: Jesus wurde in den Tagen des Königs Herodes geboren (Mt 2,1: Lk 1,5.26), der Geburtsort ist Bethlehem in Judäa (Mt 2,1; Lk 2,4-7), die Mutter Jesu heißt Maria (Mt 2,11; Lk 1,27), Joseph ist das Haupt der Familie, aber nicht der Vater Jesu (Mt 2,13-23; Lk 1,26-38; 2). Die heilige Familie verlässt  nach der Geburt Jesu Judäa und nimmt ihren Wohnsitz in Nazareth (Mt 2,13-23; Lk 2,39). Die Annahme, dass wir es hier mit – unabhängig bezeugten – sehr alten Traditionen zu tun haben, ist unabweisbar. Ferner ist methodisch wichtig, dass diese Mitteilungen in einer Traditionsschicht verankert sind, die der jeweiligen literarischen Ausformung der Berichte vorausliegt.“ Das macht sie glaubwürdig. Zu den sogen. Reflexionszitaten bei Mt: „Dies ist geschehen, damit das Schriftwort erfüllt würde“ (Mt 1,25), schreibt Nellessen: Er verfährt „nicht so, dass er von der Schrift, also dem AT, ausgeht und diese zu erklären sucht; es handelt sich also nicht um einen Midrasch. Sondern er geht vom Christusgeschehen aus und sucht dies im Lichte des Alten Testaments zu deuten“, so mit X. Leon-Dufour: „Im Unterschied zu den Midraschim (jüdische Schrifterklärung) hat die Auslegung der Evangelien nicht die Schrift, sondern die vergangenen Ereignisse zum Gegenstand.“ Also hat nicht die Prophetie des Micha (5,1.3) über Bethlehem als Geburtsort des „Fürsten, der Israel regieren soll“, zur Verlegung der Geburt Jesu aus Nazareth dorthin geführt, wie der KI-Artikel andeutet, sondern umgekehrt die Tatsache der Geburt in Bethlehem die Erinnerung an die Prophetie geweckt.

Als letztes möchte ich das Glaubensbekenntnis eines der frühesten Kirchenväter zitieren, des Irenäus von Lyon (115-202), Schüler Polykarps (80-168), der noch den Johannes gehört hat, das Irenäus ganz am Anfang seines um 180 geschriebenen Werkes „Gegen die Häresien“ (I,10,1, BKV Bd. 3,33) der Häresie der Valentinianer entgegenstellt: „Die Kirche hat von den Aposteln und ihren Schülern den Glauben empfangen, den Glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde…, und an den einen Christus Jesus, den Sohn Gottes, der, um uns zu erlösen, Fleisch angenommen hat, und an den Heiligen Geist… die zweifache Ankunft des Herrn, seine Geburt aus der Jungfrau, sein Leiden … und seine Wiederkunft…“ Wenn in so früher Zeit das Bekenntnis, das Herr Weißenböck durchbuchstabieren will, in der seitdem unveränderten Form als „von den Aposteln empfangen“ tradiert wird, wie kann man bezweifeln, dass die Allmacht Gottes, die Schöpfung aus nichts, der geschaffene Himmel, die Gottheit des Sohnes, die Geburt Jesu aus der Jungfrau, zum unveränderlichen Kernbestand des christlichen Glaubens gehört?

Hinzu kommt auch die unzweifelhaft ernst zu nehmende Lokaltradition in Bethlehem, die durch den Bau heidnischer Tempel über den Stätten der frühen Christen, den Abriss durch Helena nach 324 und den Neubau der konstantinischen Basilika darüber bestätigt worden ist:

Hic de Virgine Maria Jesus Christus natus est. Wissen wir es besser als die Christen vor Ort?

Heinz-Jürgen Vogels


Bücher von Dr. Heinz-Jürgen Vogels


Zölibat als Gnade und als Gesetz

Heinz-Jürgen Vogels, Verlag Hiersemann, Stuttgart, 2013

ISBN 978-3-7772-1309-5
Standorte in Antike und Christentum, Band 5
139 Seiten mit 5 Abbildungen, davon 3 farbigen Broschur.

Die Ehelosigkeit aus religiösen Motiven kommt in allen Religionen vor und ist auch in den christlichen Konfessionen hochgeehrt. Aber nur in der römisch-katholischen Kirche des lateinisch-sprechenden Westens ist der Pflichtzölibat allen Priestern als Disziplin-Regel auferlegt, und bei den Gläubigen genießt er vielfach sogar das Ansehen eines Dogmas.  

»Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen« ist biblisch begründet. Die Texte der Evangelien und des Paulus werden in dem hier vorliegenden Bericht durch den langjährigen Lehrbeauftragten für Neues Testament an der Universität Koblenz vorgelegt und kommentiert. Zweifellos belegen sie für einen begrenzten Kreis von Personen, das sind Mönche und Nonnen, nicht nur Priester, die Möglichkeit eines "charismatischen", von der Gnade getragenen Zölibats.

Was allerdings in der Zeit der Kirchenväter und der Synoden des ersten Jahrtausends in der Gesetzgebung der lateinischen Kirche aus diesem Ansatz wurde, ist nicht frei von Ideologie und Ehefeindlichkeit. Die Texte dieser Synoden werden im vorliegenden Band ebenfalls zusammengestellt und kritisch gewürdigt. Sie können das bis heute bestehende Zölibatsgesetz nicht hinreichend begründen, ebenso wenig wie das II. Laterankonzil von 1139, das Trienter Konzil von 1546-63 und das II. Vatikanische Konzil von 1962-65.

Die Ostkirche hingegen, sowohl die katholische wie die orthodoxe, die nie ein Zölibatsgesetz für die Kleriker kannte und nur die Bischöfe aus den Reihen der Mönche wählte, deutet den Weg aus dem heute immer brisanter werdenden Dilemma, in welches der Pflichtzölibat in der römisch-katholischen Kirche führt. Die biblischen Ursprünge und die Tradition des Ostens sind dagegen ein Zeichen dafür, wie Zölibat und Priesterehe friedlich zum Segen der Kirche und der Menschen nebeneinander existieren können.

Dr. Heinz-Jürgen Vogels leistet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Diskussion, weil er die Fragestellung von den einschlägigen Bibel- und späteren kirchlichen Texten her angeht und auf diese Weise die Quellen wieder in den Blickpunkt rückt.


Letter by Cardinal Walter Kasper, Rome, to Heinz Vogels, Bonn, dated April 20, 2013

Dear Dr. Vogels,

Thank you for your kind letter and for sending me your manuscript “Celibacy as charisma and as law”. In this investigation you have once more treated your subject with scholarly accuracy and great energy. I wish that your treatise will find attention and discussion by scientists.

 At present we feel a most welcome fresh breeze in Rome. If it will lead to again taking up the celibacy discussion I cannot say. I guess at least not right now. Some statements of the Pope point into another direction.

Even if celibacy is not a dogmatic cogent rule, and even if the historical conditions of the law’s introduction were ambivalent, according to present day’s conviction charisma of office and charisma of celibacy have an internal correspondence. Changing the celibacy law would therefore deeply affect the life of the universal church. Such intervention to me seems hardly – if at all – possible without a common opinion reached by a universal collegial or synodal consensus. Without that, the Pope will not be able to take a decision creating peace within the Church, and not even willing just now.

That’s why I don’t think it would at the present moment be appropriate to approach the pope with this question. He must first put in order quite a lot in the Curia, in order to have a well functioning working instrument, attuned to him. Only then could the question, which concerns the different continents in different ways, perhaps be discussed by the international Council of Cardinals convoked by the Pope for a first meeting in October. In the meantime your new book could be a valuable contribution to a serious theological-scientific discussion.

With my best wishes and kind regards

Yours

Walter Kasper


Weitere Buchtitel von Dr. Heinz-Jürgen Vogels


Rahner im Kreuz-Verhör.
Das System Karl Rahners zuendegedacht.

Heinz-Jürgen Vogels, Borengässer Bonn, 2002

ISBN 3-923946-57-0
88 Seiten.

Ein Artikel des Autors (geb. 1933 in Berlin, 1967-1979 wiss. Ass. am Albertus-Magnus-Institut, Bonn, 1975 in Mainz Promotion zum Dr. theol. mit der Arbeit „Christi Abstieg ins Totenreich“ [Freiburg 1978]) in der Zeitschrift Wissenschaft und Weisheit aus dem Jahr 1989, der sich kritisch mit Karl Rahners Gedanken über die Dreifaltigkeit und Christus auseinandersetzt, ist erst sehr viel später von der Fachwelt beachtet worden. Eine öffentliche Diskussion des Artikels hat nicht stattgefunden. Jedoch schon vor der Veröffentlichung haben sich namhafte Autoren anerkennend über die Arbeit geäußert und seine Publikation als selbständiges Büchlein empfohlen. So schrieb Kardinal Josef Ratzinger: "Ich habe diesen Text mit großer Bewegung gelesen; er scheint mir außerordentlich wichtig zu sein und umso mehr zu bedeuten, als er von einer leidenden Sympathie getragen ist, die sich unter Schmerzen der Wahrheit beugt." Die Tübinger Theologische Quartalschrift äußerte sich mit „Wertschätzung“ zum Inhalt und lehnte eine Veröffentlichung des Artikels nur deswegen ab, weil „der Beitrag für die ThQ zu umfangreich ist. Kürzungsmöglichkeiten ergeben sich kaum, da eine sehr brisante und schwerwiegende These zur Diskussion gestellt wird, welche ausführlicher Begründung bedarf, soll sie verantwortlich erscheinen... Aus all diesen Gründen möchten wir Ihnen empfehlen, das Manuskript auszubauen und als kleines Bändchen zu veröffentlichen. Seien Sie versichert, daß der Rahner-Beitrag auf großes Interesse stieß und inhaltlich als ‘spannend und atemberaubend’ skizziert wurde.“

Die Hinneigung Rahners zum Modalismus – der eine Gott existiert in drei Weisen – wird von mehreren Autoren beobachtet: Heinz Schürmann, Gisbert Greshake, Leo Scheffczyk, Rudolf Haubst, Hans-Joachim Schulz, Hermann-Josef Lauter, Bert van der Heijden, Alexander Gerken, Walter Kasper, Hans Urs von Balthasar, Werner Löser, Jean Galot, und Rahner selbst gab sie im gewissen Sinne zu: „Lieber Modalist als Tritheist“. Daher der Titel des Buches „Rahner im Kreuz-Verhör“. Dies ist ein faires demokratisches und rechtsstaatliches Verfahren, in dem das Für und Wider einer Sache durch Wortmeldungen von allen Seiten zur Sprache kommen kann, bei dem auch Rahner selbst ausführlich in Originaltexten zu Wort kommt und seine orthodoxen Absichten anerkannt werden. Die Doppeldeutigkeit, die sich ergibt - dadurch, daß der Bindestrich eingefügt wird -, weist darauf hin, daß das Verhör auch vom Kreuz her erfolgt. Denn auch die Soteriologie, die Lehre von der Erlösung, wird befragt: Wer starb am Kreuz, und wofür?

Die genannten Stellungnahmen rechtfertigen sicherlich die Neuherausgabe des Artikels in Buchform. Hinzukommt die Notwendigkeit, auf die Antwort von Ralf Miggelbrink auf Vogels’ Rahner-Artikel, die bereits im nächsten Jahrgang derselben Zeitschrift veröffentlicht wurde, einzugehen. Das geschieht im Anschluß an den unveränderten Abdruck des ersten Artikels, gibt zugleich aber Gelegenheit, neue Gesichtspunkte und die weitere Diskussion wenigstens teilweise einzubeziehen.

Die Themen der Gotteslehre und Christologie sind sicher immer aktuell. Karl Rahner hat die Diskussion seiner Thesen, wie aus seinen Briefen an den Autor mitgeteilt wird, ausdrücklich gewünscht. Wenn das sine ira et studio geschieht, kann es sowohl Rahners Bemühen, mit transzendental-philosophischen Begriffen den Glauben verständlich zu machen, gerecht werden wie der tieferen Erfassung des biblischen Zeugnisses dienen.




Allein gegen den Vatikan.
Ein Priester kämpft um sein Recht auf Ehe.


Heinz-Jürgen Vogels, Edition vabene, Wien-Klosterneuburg, 2001

ISBN 3-85167-105-8
215 Seiten.

An English Version of this text is available. Catholics and Their Right to Married Priests
Authorhouse.co.uk (UK) and Authorhouse.com (US), 2011.
Please contakt Mr Heinz-Jürgen Vogels:
Dr. Heinz-Jürgen Vogels, Buschhovener Str. 30, 53347 Alfter-Witterschlick, Germany
phone: +49-228-645466 or via email to H-J.Vogels@t-online.de

Mit dieser Autobiographie gewährt uns Heinz-Jürgen Vogels bewegende Einblicke in sein Fühlen, Denken und Handeln. Aus einem katholischen Elternhaus stammend und mit zahlreichen Juristen unter den Vorfahren, beginnt er nach dem Abitur ein Jurastudium.

In der katholischen Jugendgruppe kommt ihm der Gedanke: "Eigentlich tut doch einzig der Kaplan etwas Sinnvolles. Er schafft für die Ewigkeit, weist die Leute darauf hin und sorgt sich, dass möglichst viele dorthin gelangen, wovon er verkündet. Ist das nicht der einzig lohnende Beruf? Alles andere ist von begrenztem Sinn und von begrenzter Dauer."

In der Osternacht des Jahres 1952, in deren Liturgiefeier er als Weihrauchträger und Lektor am Altar mitwirkt, wird ihm in tiefster Seele klar, dass beim Dienst am Wort Gottes und der Liturgie sein Platz sei und nirgends sonst.

Auf die Studien und die Vorbereitung auf eine Doktorarbeit in einem Theologenkonvikt folgt die Priesterweihe im Februar 1959. Die Zeit im Konvikt ist durchaus mit Problemen belastet, da ihn der Gedanke, sich selbst entfremdet zu sein, mit schwerer Krankheit plagt.

"Die sogenannte Amtsgnade und die Gnade der Ehelosigkeit sind nicht dasselbe, und sie werden nicht immer zusammen von Gott gegeben."

Und schon bald nach der Priesterweihe beginnt ein innerer und äußerer Kampf, der in der vorliegenden "Dokumentation" knapp aber so eindringlich niedergelegt ist, wie man es derartig spannend und nachvollziehbar von einer Dokumentation nicht erwartet.

Es beginnt eine besondere Art von Schachturnier auf hohem und höchsten Niveau der Institutionen und der Argumente über die Vereinbarkeit von Priesteramt und Ehe. Bekannten Zügen wird mit immer wieder überraschenden Wendungen begegnet.
Heinz-Jürgen Vogels hebt sehr bald die Auseinandersetzung von der kirchenrechtlichen Ebene auf eine bisher nicht verwendete theologische Ebene, setzt göttliches Recht gegen Kirchenrecht.

Kern seiner Argumentation ist der Anspruch des Apostels Paulus,verheiratet sein zu dürfen (1 Korinther 9,5) und die Berufung auf das Jesuswort: „Nicht alle fassen diese Sache der Ehelosigkeit, sondern nur die, denen es gegeben ist“ (Mt 19,11): es ist offensichtlich nicht allen Priestern gegeben.

Heinz-Jürgen Vogels beschränkt sich in seinem Kampf nicht auf seine persönliche Situation. Er sieht mit großer Deutlichkeit den Priestermangel der Kirche ("Gegenwärtig stehen rund 95.000 verheiratete katholische Priester den 400.000 unverheirateten weltweit gegenüber. Die Zahlen sind ungenau, weil die Kirchenoberen sich weigern, genaue herauszurücken." Aus dem Vorwort von Richard Picker.)

Deshalb engagiert er sich seit fast 20 Jahren in leitender Funktion bei der "Internationalen Föderation verheirateter katholischer Priester". Diese hat 1985 in Ariccia in den Albaner Bergen eine weltweite Synode abgehalten und ein sehr stark beachtetes Dokument "Vereinbarkeit der Sakramente des Priestertums und der Ehe" erarbeitet und verabschiedet, das im Anhang abgedruckt ist.

Im Abschnitt 5 wird betont, dass außer den theologischen Gründen auch pastorale Gründe für die Aufhebung der Zölibatsverpflichtung sprechen (z.B. "Bis zu einem Drittel der katholischen Pfarreien haben keinen eigenen Pfarrer.")

Diese Dokumentation macht den Leser mit einer Fülle theologischer Themen, kirchenrechtlichen Regelungen und historischen Hintergründen bekannt. Auch die unzeitgemäße Ausbildung in katholischen Priesterseminaren kommt zur Sprache. Das Buch spart nicht das persönliche Empfinden, den Schmerz und die Freude aus.

Das Buch ist ein politisches Buch, weil es deutlich machen will, wie wenig der Vatikan in den vierzig (!) Jahren des Dialogs mit Heinz-Jürgen Vogels dessen Argumenten entgegensetzen konnte. Dass der Vatikan also den Pflichtzölibat aufheben müsste, aber es nur noch nicht will, wie Kardinal Ratzinger sagte. Dieser hat übrigens freundlich auf die Zusendung des Manuskriptes des Buches reagiert, womit er anerkannt hat, dass es kein kirchenfeindliches Buch ist.

Die Schlussfolgerung am Ende des Buches lautet: "Jeder Priester kann unter Berufung auf I Kor 9,5 eine sakramentale Ehe eingehen. Rom wird sie nicht für ungültig erklären, weil das Petrusamt nicht gegen das göttliche Recht entscheiden kann und es in meinem Falle nicht getan hat."

ENGLISH TEXT

Catholics worldwide suff er from a dire shortage of priests. The only solution, a commonly shared opinion says, are married priests. Therefore, the discipline for Catholic priests must be changed. This book tells the story from the side of the priests: They should generally be allowed to be married, if they do not have the charism of living a celibate life — and very few do, according to Matt 19:11. The author is one of those who promote this reform. With untiring eagerness, Vogels succeeded in repeatedly challenging the various church authorities time and time again, right through to the highest positions in the Vatican, to clarify the fundamental question of the right of priests to marry, and he eventually got the satisfaction that, in the final analysis, the Vatican was not able to counter the arguments which he brought forward. For now fifty years he struggles for the right of Catholic priests to be married. The current sexual abuse crisis of clergy in the USA, Ireland, and Germany show how urgent an reform of Catholic discipline is. The book might make the public aware. He lives in the neighborhood of the former (provisional post-war) capital of Germany Bonn, as a retired assistant professor for New Testament at the University of Koblenz/Rhineland.




Zölibat - eine Gabe, kein Gesetz
Biblische, geschichtliche und rechtliche Gründe gegen den Pflichtzölibat.


Heinz-Jürgen Vogels, Verlag Wehle, Bad Neuenahr

ISBN 3-935307-28-4
141 Seiten.
Bestellung auch über den Autor.

3. Auflage von
‘Pflichtzölibat’ (1978) und ‘Priester dürfen heiraten’ (1992)

Es sind zudem Übersetzungen in die englische, niederländische und italienische Sprache verfügbar.
Weitere Informationen erhalten Sie direkt von Herrn Dr. Heinz-Jürgen Vogels.

Immer mehr Priester heiraten. Immer weniger junge Menschen sind bereit, den Zölibat zu übernehmen. Immer weniger Priester müssen immer mehr Gemeinden leiten. – Gibt es eine gemeinsame Ursache? Heinz-Jürgen Vogels führt den wissenschaftlichen Nachweis, dass das Zölibatsgesetz dem im Neuen Testament offenbarten Willen Gottes widerspricht und der Freiheit zur Ehe Platz machen muss, neben der es immer einen freiwilligen Zölibat geben wird.

Ausrisse auf dem Rücken des Buches: „Haben wir etwa nicht das Recht, Ehefrauen mitzuführen, wie die übrigen Apostel, die Brüder des Herrn und Kephas?“ 1 Korinther 9,5

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz: Bonn, den 31.01.1992: „... Die von Ihnen vertretene These zu 1 Kor 9,5 sollte künftig wissenschaftlich diskutiert werden und muss sich auf diesem Wege durchsetzen...“




Jesus Christus - eine Realität.

Heinz-Jürgen Vogels, Schwabenverlag Ostfildern, 1988 in der Reihe 'Anstöße'.

2. Auflage, mit dem Untertitel
'Frohe Botschaft für junge Menschen',

Verlag Wehle, Bad Neuenahr
ISBN 3-935307-03-9.
84 Seiten.

Wie kann man jungen Menschen den Glauben verkünden? Die Frage, wie die lebendige Wirklichkeit Gottes und Jesu Christi der jungen Generation nahegebracht werden kann, bedrängt verantwortliche Eltern und Erzieher wie Suchende gleichermaßen.

Im Bild vom Weinstock, der jedes Jahr beschnitten werden muß, damit neue Triebe wachsen können, ist uns ein Fingerzeig gegeben, wie die Botschaft wieder attraktiv werden kann. Sie muß auf das Wesentliche zurückgeschnitten werden.

So wird hier der gesunde Menschenverstand angewandt, um ähnlich, wie es Jesus tat, rein menschliche Traditionen abzuschneiden, wodurch die Urkraft des Wurzelstocks wieder frei wird: die glaubwürdigen Berichte derer, die Jesus erlebt haben.

Dann tritt die Wirklichkeit, die Jesus Christus ist, dem Leser wieder unmittelbar gegenüber.



Die berühmtesten Mißverständnisse katholischen Glaubens

Heinz-Jürgen Vogels, Verlag Norbert M. Borengässer, Bonn 2005, Neuauflage 2007

ISBN 3-923946-69-4
25 Seiten. broschiert

01. Unbefleckte Empfängnis Marias oder Jesu?

02. Unfehlbarkeit des Papstes oder seines Lehramtes?

03. Die Ehe – nur ein Zugeständnis an die menschliche Schwäche?

04. Ist „die kleine Weile“ die lange Zeit zwischen Himmelfahrt und Wiederkunft Christi?

05. Wird in der Messe das Kreuzesopfer Christi „wiederholt?“

06. Richtet sich das Opfer Christi mehr nach unten, zu uns, oder nach oben, zum Vater?

07. Eheannullierung nur für Reiche?

08. Ablass von Sünden oder von Sündenstrafen?

09. Kommen ungetaufte Kinder in den Himmel oder in die Vorhölle?

10. Es ist ja noch nie einer von drüben zurückgekommen, oder doch?

11. „Letzte Ölung“ oder „Krankensalbung“?

12. Beten Katholiken Maria an?

Nicht nur, aber besonders hilfreich für jene, die mit solchen und ähnlichen Fragen konfrontiert werden: Lehrerinnen und Lehrer, Katechetinnen und Katecheten.

Weitere Informationen zur Bezugsquelle und zum Buchpreis erfahren Sie direkt beim Autor !


Weitere Publikationen von Dr. Heinz-Jürgen Vogels
Für weitere Informationen zu den genannten Titeln wenden Sie sich gerne direkt an den Autor:
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Telefon: +49-228-645466 oder per Email an
H-J.Vogels@t-online.de

Christi Abstieg ins Totenreich
Dissertation, Freiburg 1976. 


Summa Theologiae
Mitherausgabe des ersten Bandes von Alberts des Großen.


Pflichzölibat
München, 1978.


Zölibat - eine Gabe, kein Gesetz.
Übersetzung ins Englische, Niederländische und Italienische.


Beiträge zu Sammelbänden und Lexika
Nähere Informationen gerne auf Anfrage.


Biblische Grundlage der Anastasis-Ikone ‘Christus im Reich des Todes’
erschienen in “Der Christliche Osten”, Würzburg, 18.05.2009


Frauen im Neuen Testament
Überblick über die biblische Gesamtaussage zur Frau
Universität Koblenz Landau, Koblenz Institut für kath. Theologie, SS 2004
Dr. Heinz Jürgen Vogels, Abt. Biblische Theologie, 28.06.2008


Zum heutigen Stand der Ökumene.
Veröffentlicht in: Alma Mater Joachimica:
Zeitschrift der Vereinigung Alter Joachimsthaler e.V.,
Neue Folge Heft 100, November 2007, Seite 3332-3337, 26.08.2007


Karl Rahner im Widerstreit
Veröffentlicht in: Theologisches. Kath. Monatsschrift,
begründet von Wilhelm Schamoni, Heft Juli/August 2005, 01.07.2005


Rahners Trinitätslehre: ‘Anlass zu Bedenken’.
Was der Theologe vor seinem Tod Heinz-Joachim Fischer sagte.
veröffentlicht in: Die Tagespost vom 11.11.2004, Seite 6, 11.11.2004


A New Approach to Human Sexuality based on the New Testament.
Zusammenfassung der Vorträge / Kongress in Wiesbaden/Naurod


Eine neue Sicht menschlicher Sexualität,
basierend auf dem Neuen Testament, 24.09.2004


War aber Jesus nur ein begnadeter Mensch?
Karl Rahners Gotteslehre und Christologie im Spiegel von Schrift und kirchlicher Tradition.
veröffentlicht in Die Tagespost, 4. März 2004, S.18, 04.03.2004




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